Der Blog von Blumen & Biester

Samstag, 4. Mai 2013

Recycling

Ich bin ein Recyclingfan. Die Rohstoffe auf dieser Erde sind begrenzt und unsere finanziellen Mittel manchmal auch - da ist es durchaus hilfreich und auch sehr befriedigend, aus Altem, möglicherweise auch in seiner ursprünglichen Form nicht mehr Nutzbarem mit etwas Phantasie etwas Neues zu schaffen. Vielleicht sogar etwas, das wir aufgrund seiner Geschichte noch viel mehr lieben, als wir es sonst tun würden. So ging es mir zum Beispiel mit dieser Tasche, die aus meiner Lieblingshose entstand. 

Die zerfetzten Knie verknotet und das Innenleben mit abwaschbarem Futter ausstaffiert - meine alte Jeans. Sie wirkt ein wenig blaß hier - das Handy konnte die Farben nicht wirklich gut einfangen :o)
So auf dem Tisch liegend kommt ihre auch ohne innewohnendes Hinterteil noch knackige Form nicht so sehr zur Geltung, wie in Einsatzmomenten, aber für einen ersten Eindruck reicht es, denke ich.

 
Die Hose wurde getragen und getragen, bis sie sich zusehends auflöste und schließlich in Fetzen von meinen Knien hing. Ist Euch schonmal aufgefallen, wie oft man sich als Hüterin eines Haushalts mit diversen Kindern, Tieren und Pflanzen hinkniet? Eigentlich könnte man gleich unten bleiben, um Energie zu sparen, aber das würden die zugehörigen Herren der Schöpfung möglicherweise falsch auffassen und so will ich doch nicht unsere in langen Jahren mühsam erkämpfte Emanzipation aufgeben. Wie auch immer, das hält keine Hose auf Dauer aus und es war klar, daß die Zeit meiner Jeans als solche abgelaufen war. Wegschmeißen?! Nein. Abschneiden und zur Sommerhose umfunktionieren? Hm, naja... Aufnäher jedenfalls erschienen mir dieser Hose unwürdig, auch sie zu Flicken für Kinderhosen zu verarbeiten war meiner Meinung nach zu schade, aber da es zu der Zeit in den Urlaub gehen sollte und mir ein ausreichend großer Begleiter mit vielfältigen Verstaumöglichkeiten noch fehlte (gut, mein Mann wollte mit, aber es erschien mir falsch, ihn mit meiner Sonnenbrille, Portemonnaie und diversen anderen zum Teil sehr weiblichen Utensilien auszustaffieren - so weit geht das mit der Emanzipation bei uns dann doch nicht), lag der Gedanke an eine Tasche nah.


 Die häufiger zu sehenden weiter oben abgeschnittenen "Hosentaschen", die das Bein nicht einbeziehen, sind nicht so mein Ding und außerdem viel zu klein für meine Ansprüche - daher versuchte ich, sobald der Gedanke von mir Besitz ergriffen hatte, Vorgegebenes mit Praktischem und Charmantem zu verbinden, was zu dem Modell auf den Fotos führte :0)
Ich führe diese Tasche seit mittlerweile einem halben Jahr aus und bin inzwischen noch mehr von ihr angetan als schon am Anfang. Abgesehen von der Optik, die allenthalben für ein Lächeln sorgt, welches sich dann schnell auf mich überträgt, kommt es durch die beibehaltenen Beine zu einer Unterteilung im Inneren, die das Grobsortieren stark vereinfacht - nicht schlecht für Schnellallesreintaschenschnapper wie mich. Auch kann man empfindlichere Gegenstände wie ein Handy oder Tablett von schwereren oder kantigen Gegenständen trennen. Die gegebenen Taschen der Ausgangsjeans lassen sich ebenfalls prima nutzen - kurz und gut - auch wenn man sich nicht selber loben soll - diese Tasche ist einfach obersupergenialgroßartig und wird bald noch Gesellschaft bekommen :0)